Höherer Einbruchschutz für Ihr neues Zuhause

Jedes Jahr verzeichnet die Polizei rund 150.000 Wohnungseinbrüche. 100-prozentigen Schutz gibt es nicht - aber eine Menge, was Sie tun können, um das Risiko zu minimieren, Opfer eines Einbruchs zu werden.

Schutz vor Einbrüchen in Ihre Wohnung / Ihr Haus

2014 erfasst die Polizei 152.000 Wohnungseinbrüche, was einem Anstieg von 3,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Die Aufklärungsquote lag bei 15,9 Prozent und ist damit leicht gestiegen (Vergleich Vorjahr: 15,5 Prozent). 

Zusätzlich zu den Wohnungseinbrüchen wurden in 101.000 Fällen Boden-, Kellerräume und Waschküchen aufgesucht. Was können Sie tun, um das Risiko zu verringern, Opfer eines solchen Einbruchs zu werden? 

Was kann ich tun, um mein Grundstück vor Einbrechern zu schützen?

Die Sicherheit Ihrer vier Wände beginnt bereits an der Grundstücksgrenze. Denn auch hier zeigt sich für einen potentiellen Einbrecher, ob er bei Ihrem Objekt leichtes Spiel haben wird.

  • Sind Zaun und Mauer so angelegt, dass sie keine Kletterhilfe bieten?
  • Ist die Oberkante des Zaunes oder der Mauer zusätzlich gesichert?
  • Ist die Garten- oder Hoftür mit einem sicheren Schloss versehen, gegen Ausheben gesichert sowie hoch genug montiert, sodass keine Auflagefläche für Hebelwerkzeuge (z.B. Brecheisen) gegeben ist?
  • Ist eine Gegensprechanlage installiert?
  • Besteht Sichtverbindung vom Haus zu Besuchern, die an der Garten- oder Hoftür klingeln?
  • Ist die Grundstücksbepflanzung (insbesondere hohe Sträucher) weit genug von Türen, Treppen, Erdgeschoss und Kellerfenstern entfernt?
  • Ist das Grundstück hinreichend durch Außenlicht ausgeleuchtet?
  • Lässt sich das Außenlicht nur von innen ausschalten?
  • Sind die Zuleitungen für das Außenlicht schwer zugänglich?
  • Sind vor allem die Eingänge des Hauses ausreichend beleuchtet?
  • Sind die Außensteckdosen von innen abschaltbar?
  • Sind die Telefonleitungen unterirdisch verlegt oder anders geschützt?
  • Sind eventuelle Kletterhilfen – wie Leitern, Tonnen u. ä. – weggeschlossen bzw. angekettet?
  • Sind außenliegende Wasserhähne gegen Fremdbenutzung gesichert oder durch einen innen liegenden Haupthahn abgestellt?
  • Sind Ihre Zweiräder auch auf Ihrem Grundstück angeschlossen?
Was kann ich tun, um meine Wohnung vor Einbrüchen zu schützen?

1. Verfügen Ihre Außentüren über Schutzbeschläge mit Zylinderabdeckung? Markenschutzbeschläge mit VdS- oder DIN-Prüfsiegel bieten hohen Schutz vor gewaltsamen und intelligenten Einbruchsmethoden. Zudem können von Weitem sichtbare Schutzbeschläge potenzielle Einbrecher abschrecken.

2. Haben Sie für Ihr Schloss an der Haustür (Türzylinder) eine Sicherungskarte? Nachschlüssel für Türzylinder mit Sicherungskarte dürfen nur gegen Vorlage dieser Karte gefertigt werden. So gehen Sie sicher, dass keine unerlaubten Schlüsselkopien existieren.

3. Sind die Beschläge der Außentüren von innen verschraubt? Für Einbrecher sind von außen verschraubte Beschläge kein Hindernis – sie können einfach abgeschraubt werden.

4. Sitzt der Türzylinder bündig im Beschlag? Ragt der Türzylinder nur 3 mm heraus, ist bereits der Versicherungsschutz der Hausratversicherung bedroht. Überstehende Türzylinder können einfach abgebrochen werden.

5. Ist die Eingangstür mit einem Zusatzschloss ausgerüstet? Ein Markenzusatzschloss bietet sichtbare Abschreckung, und durch den zusätzlichen Sicherungspunkt wird eine deutlich höhere Stabilität erreicht.

6. Können Sie Ihre Haustür einen Spalt öffnen, ohne dass unbekannte Besucher die Tür ganz aufstoßen? Ein Markentürzusatzschloss mit Sperrbügel verhindert den direkten Zutritt zu Ihrem Zuhause, auch wenn Sie die Tür einen Spalt öffnen.

7. Haben Sie einen Türspion, mit dem Sie den gesamten Flur und den unteren Bereich der Tür einsehen können? Ein guter Türspion sollte unerwünschte Besucher in einem Weitwinkel von ca. 200 Grad sofort rundum sichtbar machen. So kann sich auch niemand im unteren Bereich der Tür verstecken.

8. Haben Sie Ihre Fenster mit zusätzlichen Fensterschlössern abgesichert (damit sind keine abschließbaren Fenstergriffe gemeint!)? Die meisten handelsüblichen Fenster sind in nur 10 Sekunden mit einem einfachen Schraubendreher aufgehebelt. Wichtig ist, sowohl die Schließ- als auch die Scharnierseite zu sichern. Ein abschließbarer Fenstergriff dient lediglich als Kindersicherung.

9. Sind auch Ihre Dachfenster mit Zusatzsicherungen ausgerüstet? Wenn Dachfenster nicht erreichbar sind, müssen diese nicht gesondert gesichert werden. Mit „Kletterhilfen“ (Leitern, Mülltonnen etc.) steigen Ihnen Einbrecher aber leicht aufs Dach. Moderne Dachfenstersicherungen bieten hier „höchsten“ Schutz.

10. Sind Ihre Rollläden von innen mit einer Sicherung versehen? Licht- und Sichtschutz reichen nicht. Nur Rollläden mit einem zusätzlichen Verschluss sind vor unbefugtem Hochschieben von außen geschützt.

11. Sind Ihre Keller- bzw. Nebentüren mit zusätzlichen Sicherungen geschützt? Oft werden diese „Eingangsmöglichkeiten“ bei der Absicherung außer Acht gelassen, sodass Einbrecher hier ungestört arbeiten können.

12. Sind die Gitterroste an den Kellerschächten gegen Abheben gesichert? Auch Kellerschächte sind beliebte Einstiegsöffnungen. Markengitterrostsicherungen verhindern wirkungsvoll das Abheben der Roste.

13. Haben Sie Ihre Kellerfenster ebenfalls abgesichert? Je nach Fenstertyp gilt hier das Gleiche wie bei herkömmlichen Fenstern. Spezielle Kellerfenster lassen sich auch kostengünstig mit Qualitätsvorhangschlössern sichern.

Was nützt eine Wertsachenliste?

Eine Wertsachenliste gibt einen Überblick aller wertvollen Gegenstände und Güter in Ihren vier Wänden.

Welche Dinge wurden gestohlen, was sind die besonderen Merkmale dieser Sachen und gibt es idealerweise Fotos, die bei der Identifizierung weiterhelfen? Alle diese Informationen gehören in eine Wertsachenliste.

Sollte es bei Ihnen zum Schadensfall – also zu einem Einbruchdiebstahl – kommen, reichen Sie diese Wertsachenliste bei Ihrer Versicherungsgesellschaft ein und geben ein Exemplar an die Polizei. So helfen Sie dabei, gestohlene Dinge wiederzuerkennen und Werte für bestimmte Gegenstände taxieren zu können.

Wichtig ist, dass Sie stets auf die Aktualität der Wertsachenliste achten. Dinge, die nachträglich als gestohlen angegeben werden, muss die Versicherung nicht ersetzen.

Unsere Tipps:

  • Erstellen Sie eine Wertsachenliste mit Identifizierungsnummern, eindeutigen Merkmalen (wie kleine Beschädigungen) und/oder Bildern der Wertgegenstände.
  • Aktualisieren Sie diese Wertsachenliste regelmäßig.
  • Deponieren Sie die Wertsachenliste sicher, z.B. bei Freunden oder in einem Bankschließfach.
  • Kennzeichnen Sie Ihr Eigentum, besonders Wertgegenstände wie Elektrogeräte oder Schmuck, z.B. durch Gravur, mit Marker oder unsichtbarer Tinte. Das erschwert zum einen den Weiterverkauf für den Dieb, zum anderen lassen sich diese Gegenstände eindeutig identifizieren, wenn Sie von der Polizei aufgefunden werden. 
Mit welchen Kosten für Einbruchschutz muss ich rechnen?

Effektiven Schutz vor Einbrüchen bieten mechanische Sicherungslösungen, die sich auch nachträglich an den meisten Fenstern und Türen anbringen lassen. Für die Ausstattung eines gewöhnlichen Einfamilienhauses mit einem soliden Grundschutz müssen ungefähr EUR 2.000 in solche Produkte investiert werden. 

Auf zehn Jahre gerechnet ergibt sich also eine monatliche Belastung von rund EUR 15 pro Monat für die persönliche Sicherheit. Zudem können diese Maßnahmen auch Schutz vor einem weiteren Delikt bieten, wie zum Beispiel Raubüberfällen in Wohnungen (fast 3.000 erfasste Fälle pro Jahr).

Was kann ich vor einer Urlaubsreise beachten?

Einbrecher haben zwar immer „Saison“, doch bietet die Abwesenheit der Bewohner oft eine günstige Gelegenheit für einen Einbruch. Vermeiden Sie daher eindeutige Zeichen, an denen ein Einbrecher erkennt, dass ein Haus oder eine Wohnung unbewohnt ist. Wenn Sie folgende Ratschläge befolgen, können Sie dafür sorgen, dass Sie nach Ihrem Urlaub keine böse Überraschung erleben.

  • Ihr Briefkasten sollte generell regelmäßig geleert werden. Das Zeitungsabonnement können Sie bei den meisten Verlagen für die Urlaubszeit abbestellen. Die regelmäßige Leerung des Briefkastens könnte beispielsweise Ihr Nachbar übernehmen.
  • Lassen Sie Rolläden über eine Zeitschaltuhr oder von einem Nachbarn regelmäßig auf- und zufahren. Falls Ihr Haus beobachtet wird, erweckt dies den Eindruck, dass das Haus bewohnt ist.
  • Sind Fenster und Terrassentüren den ganzen Tag verschlossen? Auch hier gilt: Lassen Sie Ihren Nachbarn ab und zu lüften – ganz nebenbei hat dies den Nebeneffekt, dass nach Ihrem Urlaub frische Luft auf Sie wartet.
  • Bitten Sie Ihren Nachbarn, zumindest alle zwei Wochen den Rasen zu mähen und grobes Unkraut zu entfernen. Er wird sich sicher freuen, wenn Sie dies bei seinem Urlaub ebenfalls übernehmen.
  • Beleuchten Sie Ihr Haus von Zeit zu Zeit - innen und außen- mit Zeitschaltuhren oder Sensoren, die auf Lichtstärke reagieren. Einbrecher scheuen oft nichts mehr als Licht. Sie sollten jedoch Ihre Nachbarn informieren, zu welchen Zeiten Lampen oder Radio automatisch angehen – so lösen sie keinen falschen Alarm aus.
  • Stehen Ihre Mülltonnen nie/permanent zur Leerung auf der Straße? Spendieren Sie Ihrem Nachbarn Platz in Ihrer Mülltonne. Vielleicht hat er noch Dinge, die er aussortieren wollte.
  • Sprechen Sie keine Hinweise auf Ihren Urlaub auf den Anrufbeantworter! Ein Anruf genügt und schon wissen die Täter, wie viel Zeit bleibt. Deshalb neutrale Texte wählen.
  • Ist für den Postboten auf dem Briefkasten ein Verweis an den Nachbarn? Auch das sollten Sie vermeiden. Der Postbote wird sowieso nebenan fragen, ob dort jemand das Paket entgegennimmt.
  • Hinweise auf Ihren urlaub in Sozialen Medien wie Facebook sollten Sie nur für solche Personen sichtbar machen, die Sie kennen.
  • Überprüfen Sie alle Schlösser und Zusatzsicherungen. Die besten Zusatzsicherungen nutzen nichts, wenn sie nicht genutzt werden.
  • Besonders wertvolle Gegenstände sollten Sie während Ihrer Abwesenheit in einem Bankschließfach aufbewahren und zusätzlich fotografieren. Sollte doch etwas passieren, haben Sie so den direkten Nachweis für die Versicherung.
Was ist zu tun, wenn doch eingebrochen wurde?

Kommt es zu einem Einbruch, müssen Sie zuallererst die Polizei informieren und Anzeige erstatten. Am Tatort sollten Sie bis zum Eintreffen der Polizei nichts verändern, damit wichtige Hinweise (z. B. Fingerabdrücke oder andere Täterspuren) nicht verändert und dadurch unbrauchbar werden.

Im nächsten Schritt müssen Sie umgehend Ihre Versicherungsgesellschaft über den Einbruch informieren. Reichen Sie dann zeitnah die Wertsachenliste bei Ihrer Versicherung ein (siehe dazu auch das Thema Wertsachenliste). Beschädigte Dinge bewahren Sie am besten solange auf, bis mit der Versicherung alles geklärt ist. Um den tatsächlichen Schadenswert festzustellen, kann die Versicherungsgesellschaft einen Gutachter berufen, der die beschädigte Sache bewertet.