Umzugskosten ermitteln

Ein Umzug ist in der Regel ein tolles Ereignis. Damit die Freude über das neue Zuhause nicht zu schnell getrübt wird, sollten auch die Kosten für einen Umzug langfristig eingeplant werden.

Umzugskosten ermitteln: Welche Kosten fallen bei einem Umzug an?

Damit vor, während und nach dem Umzug genug finanzielle Mittel vorhanden sind, sollte man sich schon im Vorfeld einen Überblick über die Kosten verschaffen. Dafür stellt sich die Frage, für welche Positionen bei einem Umzug Kosten anfallen. 

Wohnungssuche

Bereits bei der Wohnungssuche können Kosten anfallen. Entweder weil Sie selber aktiv eine Anzeige zur Wohnungssuche aufgeben oder weil Sie zum Beispiel Tageszeitungen erwerben, die sonst nicht in Ihr normales Abonnement fallen und somit Zusatzkosten verursachen. Zusätzlich fallen Fahrtkosten für Wohnungsbesichtigungen an. 

Dies ist vor allem dann zu berücksichtigen, wenn die neuen Wohnräume vom jetzigen Wohnort weit entfernt sind.

Maklerprovision bei Miet- und Kaufobjekten

Viele Vermieter greifen bei der Vermittlung ihrer Wohnräume auf die Unterstützung eines Immobilienmaklers zurück. Dieser sucht im Auftrag des Vermieters aktiv nach einem neuen Mieter oder Käufer und übernimmt einen großen Anteil der anfallenden Verwaltungstätigkeiten. Ein Makler kann aber auch durch den Mieter beauftragt werden.

Sobald der Makler das Mietobjekt erfolgreich vermittelt hat, der Mietvertrag also von beiden Seiten unterzeichnet wurde, wird für den Mieter die Maklerprovision, auch Courtage genannt, fällig. Diese darf höchstens zwei Monatsmieten ohne Nebenkostenvorauszahlung plus Mehrwertsteuer (19%, Stand: August 2013) betragen. Das entspricht 2,38 Monatsmieten.

Im Falle eines Kaufvertrags kann die Provisionshöhe nicht pauschal festgelegt werden. Hier werden pro Bundesland und zum Teil auch regional bedingt, z. B. in Ballungszentren, unterschiedliche Gebühren fällig.

Kaution als optionaler Kostenfaktor

Die Kaution dient dem Vermieter als Sicherheitsleistung, falls der Mieter einmal seine Miete oder Schäden an der Wohnung nicht zahlt. Wenn der Mieter alle Mieten zahlt und den Wohnraum beim Umzug ordnungsgemäß hinterlässt, wird die Kaution mit Zinsen zurückerstattet. Eine Kaution ist nicht immer fällig. Ob dies bei Ihrem neuen Mietobjekt zutrifft und in welcher Höhe und Art die Kaution zu zahlen ist, sollte im Mietvertrag festgelegt sein. Allgemein gilt: Die Kaution darf nicht mehr als 3 Monatskaltmieten umfassen. Die Kaution kann außerdem in bis zu 3 Raten gezahlt werden. Die erste Rate ist dann mit Beginn des Mietverhältnisses zu zahlen.

Es gibt drei Arten, auf die eine Kaution beim Vermieter hinterlegt werden kann:

Bar-Kaution: Die Bar-Kaution wird bar oder per Überweisung an den Vermieter übergeben. Es ist die gängigste Variante, jedoch ist das Geld in diesem Fall nicht vor Missbrauch durch den Vermieter (z. B. im Fall einer Privatinsolvenz) abgesichert.

Kautionssparbuch: Viele Banken ermöglichen es – meist kostenlos –, ein Kautionssparbuch zu hinterlegen. Auf dieses wird die Kaution eingezahlt und das Sparbuch, das auf den Namen des Mieters angelegt ist, an den Vermieter gegeben. Somit können beide Parteien nur mit Genehmigung des jeweils anderen an das hinterlegte Geld gelangen. Ein Kautionssparbuch ist im Falle einer Privatinsolvenz des Vermieters sicher, da es auf den Namen des Mieters läuft.

Kautionsbürgschaft: Die Kaution kann auch in Form einer Bürgschaft hinterlegt werden, z.B. von kautionsfrei.de. Bei der Mietkautionsbürgschaft erhält der Vermieter eine Bürgschaftsurkunde der R+V Versicherung als Mietsicherheit. Der Mieter zahlt hierfür eine Prämie von jährlich nur 5,25% der Kautionssumme – ohne jeglichen Extra- oder Bearbeitungsgebühren.

Renovierung und Schönheitsreparaturen

Je nach Vertrag müssen Sie beim Auszug renovieren und Schönheitsreparaturen vornehmen. Die Kosten sind hierbei abhängig von der Größe des Wohnraums und welche Maßnahmen Sie vornehmen müssen. Streichen ist beispielsweise günstiger, als wenn alles neu tapeziert werden muss. Gleiches gilt für Ihr neues Zuhause. Hier müssen Sie ebenfalls Renovierungsmaßnahmen einplanen, wenn Sie es sich richtig schön machen möchten. 

Zusätzlich zu den Materialkosten fallen auch die Kosten für die Handwerker (z. B. Maler, Elektro- und Wasserinstallateur) an. Sparen können Sie, indem Sie so viel wie möglich selber machen. Planen Sie dafür im Vorfeld genug Zeit ein!

Fahrtkosten und Wegstrecken

Wie hoch die Fahrtkosten beim Umzug werden, können nur Sie selbst entscheiden. Je weiter der alte und der neue Wohnort auseinander liegen, desto höher sind auch die Fahrtkosten. Diese sind außerdem abhängig von der Größe, dem benötigten Kraftstoff und dem Verbrauch des Fahrzeugs und wie viele Fahrten Sie für den gesamten Umzug inklusive Wohnungsbesichtigung und Renovierungstätigkeiten benötigen. 

Online sind verschiedene Fahrtkosten-Rechner zu finden, die Ihnen bei der ungefähren Kalkulation der Fahrtkosten helfen können. 

Umzugskartons und Packmaterialien

Die Anschaffung von Umzugskisten und speziellem Packmaterial wie Luftpolsterfolie für eine einmalige Nutzung sollte sowohl finanziell als auch umwelttechnisch überdacht werden. Fragen Sie vor dem Kauf von Kartons am besten erst Familienangehörige, Freunde und Bekannte, ob sie noch Kartons übrig haben, die Sie sich ausleihen können. Viele haben von ihrem letzten Umzug noch Kartons im Keller stehen und helfen Ihnen sicher gerne aus. Manchmal finden sich auch in den Kleinanzeigen günstige Angebote von einmalig verwendeten Kartons. Eine andere Möglichkeit ist die Kartonmiete oder der Kauf gebrauchter Kartons bei einem Umzugsunternehmen.

Der Vorteil von Umzugskartons liegt in der Stabilität und einheitlichen Größe. Dies kann vor allem dann von Vorteil sein, wenn Sie mit einer Spedition umziehen. Während Obstkisten oder uneinheitliche Kartons von Umzugsfirmen eher argwöhnisch betrachtet werden, stoßen stabile, einheitliche Kartonagen auf Zustimmung.

Sollten Sie sich für den Kauf von Umzugskisten entscheiden, achten Sie auf ein handliches Format. Wenn die Kisten zu groß und schwer werden müssen sie ggf. während des Umzugs noch einmal neu packen – das kostet viel Zeit. Wie viele Kartons Sie für Ihren Umzug benötigen, können Sie auch online bei verschiedenen Kartonrechnern ermitteln lassen. Denken Sie auch an genug Decken, Müllsäcke und Tragegurte. Zum Schutz der eingepackten Sachen eignet sich beispielsweise Zeitungspapier.

Umziehen mit einem Umzugsunternehmen/Spediteur

Umzugsunternehmen haben häufig ein großes Dienstleistungsspektrum, dessen Kosten je nach gebuchter Serviceleistung variieren. Vom bloßen Transport bis zum Einpacken aller Sachen ist alles möglich. Hier sollten Sie die Anbieter vergleichen und auch Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis abfragen.

Umzugsunternehmen und Spediteure helfen Ihnen auch bei weiteren Wegen. Planen Sie auf jeden Fall ein, dem Umzugspersonal Trinkgeld zu geben. 

Mietwagen

Sofern Sie kein Umzugs- oder Speditionsunternehmen beauftragt oder Zugriff auf ein Transportfahrzeug haben, müssen Sie beim Umzug auch mit den Mietkosten eines Umzugwagens kalkulieren. Diese Kosten unterscheiden sich je nach Anbieter, Wagengröße und auch der geplanten Fahrtstrecke. Wenn Sie im näheren Umkreis umziehen, können Sie auf lokale Anbieter zurückgreifen. Bei weiteren Strecken empfiehlt es sich, einen Anbieter zu wählen, der über ein großes Filialnetz verfügt. Europcar z.B. besitzt weltweit fast 3.000 Stationen, an denen Sie Ihren Leihwagen wieder abgeben können.

Tipp: Planen Sie Ihren Umzug wenn möglich nicht am Monatsanfang oder -ende. Vor allem an den Wochenenden sind Umzüge dann sehr beliebt und das Kontingent an Umzugswagen bei den Anbietern schon frühzeitig ausgebucht. Unter der Woche gibt es außerdem oft spezielle Angebote! 

Parkgebühren und Halteverbot

Rechnen Sie in Innenstädten auf jeden Fall die Parkgebühren mit ein. Bei engen Straßen und Wohngebieten mit wenigen Parkflächen ist es außerdem sinnvoll, im Vorfeld des Umzugs bei der Stadt ein Halteverbot zu beantragen, in dem während des Umzugszeitraums nur Sie parken dürfen. 

Die Kosten hierfür variieren je nach Gemeinde oder Ort. Informieren Sie sich daher frühzeitig, da auch die Beantragungstermine unterschiedlich geregelt sind. 

(Versorgungs-)Kosten für Umzugshelfer

Sofern Sie Freunde oder Familienangehörige als Unterstützung einplanen, sollten Sie rechtzeitig an die Versorgung Ihres „Teams“ denken. Ein Umzug ist kräftezehrend, Ihre Helfer freuen sich deshalb über ausreichend Getränke und etwas zu Essen, z. B. belegte Brötchen, eine heiße Suppe oder eine leckere Pizza vom Lieferservice. Abhängig von der Zahl ihrer Helfer und wie lange Ihr Umzug dauert, fallen auch an dieser Stelle Kosten an.

Falls Sie keine Helfer aus Ihrem persönlichen Umkreis engagieren möchten, können Sie auch auf Jobbörsen Hilfskräfte finden. Hier sollten Sie auf jeden Fall die Entlohnung klären und wer im Falle eines Unfalls o. ä. haftet.

Handwerker

Nicht alle Aufgaben, die bei einem Umzug anfallen, kann oder möchte man alleine machen. Für den professionellen Anschluss von Elektrogeräten oder Abflussanlagen ist es oft notwendig, einen Fachmann kommen zu lassen. Dazu zählen die Abbau- und Anschlusskosten der einzelnen Geräte und Anlagen. Auch beim Renovieren möchten Sie vielleicht auf einen Handwerker zurückgreifen.

Klären Sie schon im Vorfeld, welche Kosten auf Sie zukommen und lassen Sie sich ein verbindliches Angebot unterbreiten. So werden Sie nicht durch unerwartete Mehrkosten überrascht. 

Möbel, Dekorationen und mehr

Zuhause ist dort, wo Sie sich wohlfühlen. Damit es in Ihren neuen vier Wänden so richtig wohnlich wird, werden Sie sicher auch das ein oder andere neue Möbelstück und Dekoelement kaufen wollen. Unterschätzen Sie die Kosten nicht, die in diesem Fall auf Sie warten. 

Ein kleiner Bummel im Gardinengeschäft hier und ein Kerzeneinkauf da können sich am Ende zu hohen Summen entwickeln, wenn man nicht alles genau im Blick behält. Aber dafür wird’s zuhause dann wirklich schön!

Doppelte bis dreifache Mietkosten

Häufig überschneiden sich die Mietzeiten von zwei oder manchmal auch drei Wohnobjekten um einen oder mehrere Monate, vor allem dann, wenn Sie vorzeitig den Mietvertrag verlassen möchten, jedoch keinen Nachmieter gefunden haben. 

Planen Sie diese deutlich erhöhten Mietkosten frühzeitig ein, um finanzielle Engpässe so gering wie möglich zu halten. 

Versicherungen

Mit dem Umzug in eine neue Wohnung, vor allem wenn es die erste eigene Wohnung ist, kommen mit Mietbeginn auch die Kosten für die verschiedenen Versicherungen, wie die Hausratversicherung oder auch die private Haftpflichtversicherung hinzu. 

Je nach Versicherung müssen die Beiträge monatlich, quartalsweise oder jährlich gezahlt werden und fallen somit auch im Zeitraum des Umzugs stark ins Gewicht. 

Nachsendeauftrag für die Post

Bei einem Umzug muss immer daran gedacht werden, dass jeder rechtzeitig über die Adressänderung informiert wird. Dazu gehören auch wichtige Kontakte wie Behörden, Banken, Versicherungen, Versandhäuser oder auch die GEZ. Passiert das nicht, gehen wichtige Briefe weiterhin an die alte Adresse und können nicht zugestellt werden.

Um dies zu verhindern ist es ratsam, den Nachsendeservice der Deutschen Post zu beauftragen. 6 bis 12 Monate nach Ihrem Umzug erhalten Sie dann alle Postsendungen bequem in Ihr neues Zuhause, sodass Sie in aller Ruhe die Adressen bei den Absendern korrigieren können. Reicht der gebuchte Nachsendezeitraum nicht aus, kann ein bestehender Nachsendeauftrag jederzeit verlängert werden.

Tipp: Sie haben keine Zeit, alle Unternehmen und Institutionen, bei denen Sie Kunde oder Mitglied sind, persönlich über ihre neue Anschrift zu informieren? Mit der kostenlosen Umzugsmitteilung erreichen Sie bequem Dutzende Vertragspartner mit einem Klick! 

Strom, Gas, Telefon, Internet, TV

Ein Umzug eignet sich immer dazu, den Anbieter für Strom, Gas, Telefon etc. zu ändern. Heutzutage unterliegen die Kosten oft starken Schwankungen, weshalb der Abschluss eines neuen Vertrags durchaus lohnen kann. 

Beachten Sie bei der Wahl Ihres Anbieters jedoch, dass einige Anbieter einmalig eine Anschlussgebühr verlangen. Der Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich umso mehr. 

An- und Ummeldungen

Die An- und Ummeldung beim Bürgerbüro der Stadt oder Gemeinde sind in der Regel kostenlos, allerdings wird in manchen Bundesländern mittlerweile eine geringe Verwaltungsgebühr erhoben. Falls Sie einen neuen Ausweis benötigen wird dieser zu den ortstypischen Kosten berechnet. Sofern Sie ein Fahrzeug ummelden müssen, sollten Sie mit rund 50€ für die Umschreibung und etwa 30€ für die Erstellung neuer Schilder rechnen. Die genauen Kosten unterscheiden sich von Kommune zu Kommune und natürlich den Schildermachern.

Wichtig! Wenn Sie bei Ihrem Umzug die Ortschaft gewechselt haben, sind Sie verpflichtet, sich innerhalb von einer Woche im Bürgeramt anzumelden. Versäumen Sie diese Frist kann unter Umständen eine Strafgebühr fällig werden, deren Höhe je nach Ort und Ermessen des Einwohnermeldeamts entschieden wird.

Sonstige Kosten

Ein Umzug bringt viele unerwartete Kosten mit sich. Zum Beispiel müssen noch Reparaturen vorgenommen werden, die nicht geplant waren oder unterwegs geht etwas kaputt, das dann neu besorgt werden muss. Vielleicht dauert auch der Küchenaufbau etwas länger und Sie müssen ein paar Tage lang auf Restaurants, die belegten Brötchen vom Bäcker oder den Lieferservice zurückgreifen. 

Planen Sie solche Situationen mit ein. So können Sie auch Unerwartetem entspannt entgegensehen.