Umzug in die Schweiz

Die Schweiz ist das beliebteste Auswanderungsland der Deutschen. Hier finden Sie umfangreiche Erläuterungen zum Leben und Arbeiten und für Ihren Umzug in die Schweiz.

Grüezi mitenand! Umziehen in die Schweiz

Anmelden

Sie haben 8 Tage Zeit, um sich bei der Einwohnerkontrolle Ihrer Wohngemeinde anzumelden und einen Antrag auf eine Aufenthaltsbewilligung zu stellen. Die Bezeichnung Einwohnerkontrolle ist je nach Kanton unterschiedlich. So müssen Sie sich z.B. in Zürich beim „Kreisbüro“ und in Basel beim „Einwohnerdienst“ anmelden. Die Einwohnerkontrolle ist vergleichbar mit dem Einwohnermeldeamt in Deutschland.

Bringen Sie zur Anmeldung in der Schweiz folgende Dokumente mit:

  • Arbeitsvertrag
  • Mietvertrag
  • 1 Passfoto
  • Gebühren für die Anmeldung (diese sind je nach Art der Bewilligung verschieden)
  • Gültiger Personalausweis

Für einen Aufenthalt bis zu drei Monaten benötigen Sie keine Aufenthaltsbewilligung. Nach dieser Zeit müssen Sie die Schweiz für mindestens einen Monat verlassen. Insgesamt darf der Aufenthalt höchstens sechs Monate innerhalb von 12 Monaten betragen.

Die Krankenversicherung (Grundversicherung) ist in der Schweiz obligatorisch und muss spätestens drei Monate nach der Einreise bei einer Krankenkasse abgeschlossen werden. Dann ist man rückwirkend ab dem Tag der Einreise versichert, wobei die Prämien nachzuzahlen sind.

Die Leistungen der Grundversicherung sind bei allen Krankenkassen gleich und decken alles medizinisch Notwendige ab. Zahnarztkosten werden allerdings nicht von der Grundversicherung gedeckt, dafür muss eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden. Die Prämien sind je nach Versicherer sehr verschieden. 

Arbeiten in der Schweiz

Gehälter

Betrachtet man die Schweizerische Lohnstrukturerhebung des Bundesamts für Statistik (2006) so erhalten Männer in den aufgelisteten Wirtschaftszweigen monatlich mehr Lohn als Frauen für die gleiche Arbeit. Bei der Verrichtung höchst anspruchsvoller, schwierigster, selbstständiger und qualifizierter Arbeiten beträgt der monatliche Bruttolohn (Median) in der Produktion 7.042 Franken (ca. 4.600 €) und bei Dienstleistungen 7.647 Franken (ca. 5.000 €). Falls Berufs- und Fachkenntnisse vorausgesetzt sind, beträgt der monatliche Bruttolohn (Median) in der Produktion 5.617 Franken (ca. 3.700 €) und bei Dienstleistungen 5.350 Franken (ca. 3.500 €). Bei einfachen und repetitiven Tätigkeiten beträgt der monatliche Bruttolohn (Median) in der Produktion 4.733 Franken (ca. 3.100 €) und bei Dienstleistungen 4.229 Franken (ca. 2.700 €).

Wichtig: Ihr Gehalt ist meist Verhandlungssache. Zudem verdienen Zuwanderer häufig weniger als Ihre Schweizer Kollegen.

Arbeitszeiten

Die Anzahl zu leistender Arbeitsstunden hängt vom Arbeitgeber, dem Job, vom Wohnkanton und der Branche ab, in der Sie tätig sind. Die Arbeitszeiten werden normalerweise im Arbeitsvertrag festgehalten. Die Schweizer Gesetzgebung begrenzt die Arbeitszeit auf ein wöchentliches Maximum von 45 Stunden für Arbeitnehmer in industriellen Betrieben sowie für Büropersonal, technische und andere Angestellte, mit Einschluss des Verkaufspersonals in Grossbetrieben des Detailhandels. Für alle übrigen Arbeitnehmer gilt eine wöchentliche Höchstarbeitszeit von 50 Stunden. 2008 lag die betriebsübliche Arbeitszeit in den Schweizer Unternehmen bei 41,6 Stunden pro Woche. Unabhängig von Ihrem Job und Ihrer Branche sollten Sie sich daher auf tendenziell längere Arbeitszeiten als in Deutschland einstellen.

 

 

Urlaub

Nach Schweizer Gesetzgebung (Obligationenrecht) hat der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer jedes Jahr mindestens vier Wochen, dem Arbeitnehmer bis zum vollendeten 20. Altersjahr mindestens fünf Wochen Ferien zu gewähren.

Kündigungsfristen

Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von sieben Tagen aufgelöst werden; als Probezeit gelten je nach Vereinbarung die ersten ein bis drei Monate eines Arbeitsverhältnisses. Nach Ablauf der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis im ersten Dienstjahr mit einer Kündigungsfrist von einem Monat, ab dem zweiten Dienstjahr mit einer Frist von zwei Monaten jeweils auf das Ende eines Monats gekündigt werden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kann jeder Arbeitnehmer innerhalb der Fristen jederzeit gekündigt werden. Ein Kündigungsschutz wie in Deutschland existiert in der Schweiz nicht.

Abzüge

Mit folgenden Abzügen müssen Sie in der Schweiz rechnen: Von Ihrem Bruttolohn (zuzüglich Kinder-/Familienzulagen) zieht der Arbeitgeber die Hälfte der Beiträge an Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV), Invalidenversicherung (IV) und der Erwerbsersatzordnung (EO) ab. Des Weiteren wird die Hälfte der Beiträge an die Arbeitslosenversicherung, Beiträge für Nichtberufsunfälle, Beiträge der Krankentagegeldversicherung, Beiträge an die Pensionskasse sowie die Quellensteuer vom Bruttolohn abgezogen. 

Aufenthaltsbewilligung

Nach erfolgter Anmeldung bei der Einwohnerkontrolle erhalten die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Regel eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung (Kategorie B oder L), den sogenannten Ausländerausweis.

Für den Familiennachzug muss bei der Einwohnerkontrolle frühzeitig vor der Einreise ein Gesuch gestellt werden. Den Familienmitgliedern wird in der Regel ebenfalls eine Aufenthaltsbewilligung erteilt.

Für Angehörige der Mitgliedsstaaten der EU/EFTA gibt es folgende Aufenthaltsbewilligungen:

  • Bewilligung B (Aufenthaltsbewilligung): Bewilligung mit Arbeitserlaubnis. Sie wird bei Vorlage eines Arbeitsvertrags, der 12 Monate oder länger dauert, ausgestellt und ist 5 Jahre gültig.
  • Bewilligung C (Niederlassungsbewilligung): Zeitlich unbeschränkte Bewilligung. Voraussetzung um die Niederlassungsbewilligung zu erlangen, ist ein regulärer und ununterbrochener Aufenthalt in der Schweiz von 5 Jahren.
  • Bewilligung G (Grenzgängerbewilligung): Bewilligung mit Arbeitserlaubnis in der Schweiz aber Wohnsitz im grenznahen Ausland. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen mindestens einmal pro Woche an ihren ausländischen Wohnort zurückkehren.
  • Bewilligung L (Kurzaufenthaltsbewilligung): Bewilligung für eine befristete Zeit (in der Regel weniger als ein Jahr). 
Führerschein Schweiz

Beim Umzug in die Schweiz ist Ihr ausländischer Führerschein ab Einreisedatum maximal 12 Monate gültig. Danach fahren Sie auf Schweizer Straßen mit einem ungültigen Führerschein. Da die Umtauschformalitäten in Einzelfällen einige Zeit dauern können, tun Sie gut daran, mit dem Umschreiben frühzeitig zu beginnen.

Sparen Sie sich unnötige Kosten, indem Sie die Formalitäten innerhalb dieses Zeitraums erledigen, denn obwohl die Umschreibung auch nach 12 Monaten noch möglich ist, wird nach dieser Frist je nach Kanton und umzuschreibender Kategorie eine Bestätigung der Fahrpraxis oder eine kurze Kontrollfahrt verlangt. Eine Kontrollfahrt kostet ungefähr 90 bis 150 Franken (ca. 60 bis 100 Euro).

Wenn Sie berufsmäßig ein in der Schweiz immatrikuliertes Fahrzeug fahren wollen, müssen Sie bereits vor der ersten Fahrt einen Schweizer Führerschein besitzen.

Auf der Website des Straßenverkehrsamts Ihres Wohnkantons finden Sie das Formular "Gesuch um Umtausch eines ausländischen Führerausweises". Die Adresse Ihres kantonalen Straßenverkehrsamts finden Sie auf der Seite der Vereinigung der Strassenverkehrsämter (asa).

Das Formular enthält einen Sehtest, der von einem Optiker oder einem Augenarzt durchgeführt werden muss. Die Kosten belaufen sich beim Optiker auf ca. 20 Franken (13 Euro). Bei höheren Kategorien (Motorwagen von mehr als 3.500 kg) muss man sich zudem einer medizinischen Untersuchung unterziehen. 

Bringen Sie das ausgefüllte Formular mit einem farbigen Passfoto, Ihrem gültigen Führerschein und Ihrem Ausländerausweis oder Ihrer Schweizer Identitätskarte im Original persönlich zum kantonalen Straßenverkehrsamt oder zur Einwohnerkontrolle, welche die Dokumente an das Straßenverkehrsamt weiterleitet.

Sie erhalten den Schweizer Führerschein nach Bearbeitung Ihres Antrags per Post. Die Kosten für das Umschreiben sind je nach Kanton verschieden; es ist mit Kosten von 80 bis 140 Franken (53 bis 92 Euro) zu rechnen.

Leben in der Schweiz

Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 2009 3,9% (saisonbereinigt). Diese Zahl wird in der Schweiz zwar als beängstigend empfunden, aber vergleicht man diese Quote mit der Arbeitslosenquote der Eurozone (EZ16) im Juli 2009 von 9,5% (saisonbereinigt), so haben von den 16 Ländern der Eurozone nur die Niederlande eine geringere Arbeitslosenquote (3,4%) als die Schweiz.

Lebenshaltungskosten

Das Preis- und Lohnniveau, die Binnenkaufkraft, die Ausgaben für Güter und Dienstleistungen, die Mietpreise für Wohnungen, die Preise von Nahrungsmitteln, Elektronik- und Haushaltsgeräten, den öffentlichen Verkehr etc. geben darüber Auskunft wie hoch die Lebenskosten in einem Land sind.

Die Stadt Zürich und Genf gehören im internationalen Vergleich zu den Orten mit dem höchsten Preisniveau. Im Durchschnitt zahlen die Bürger dieser Schweizer Städte rund 20% mehr für Waren, Dienstleistungen und Unterkunft als Einwohner der übrigen westeuropäischen Städte. Im Vergleich zu anderen Weltstädten erhalten die Arbeitnehmer aus Zürich und Genf jedoch die höchsten Bruttolöhne. Spitzenreiter im internationalen Lohnvergleich ist Zürich. Arbeitnehmer verdienen hier netto mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. Die sehr hohen Bruttolöhne und die geringen Steuern in der Schweiz lassen die Schweiz als besonders arbeitnehmerfreundlich erscheinen. (Quelle: UBS, Preise und Löhne, Ausgabe 2009)

Soziale Absicherung

Die schweizerische Altersvorsorge beruht auf dem sogenannten Drei-Säulen-Prinzip:

  1. Säule: Die Sicherung des Existenzbedarfs der Versicherten oder Begünstigten erfolgt durch die staatliche Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) sowie die Invalidenversicherung (IV). Beide sind obligatorisch und werden durch Beiträge (9,8% des Gehalts) des Arbeitgebers (50%) und Arbeitnehmers (50%) finanziert.  
  2. Säule: Die berufliche Vorsorge (BVG) dient zusätzlich zur 1. Säule der Fortführung des gewohnten Lebensstandards nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben. Zu versichern sind alle in der Schweiz beschäftigten Arbeitnehmer. Die Finanzierung erfolgt durch Beiträge (je nach Alter 7% bis 18% des Gehalts), die sowohl vom Arbeitgeber als auch vom Arbeitnehmer bezahlt werden.
  3. Säule: Die individuelle, freiwillige Selbstvorsorge der Erwerbstätigen soll den weiteren persönlichen Bedarf decken, vor allem durch Bank- und Versicherungssparen. Vorsorgemaßnahmen der 3. Säule werden teilweise steuerbegünstigt.

Die Gesamtbelastung durch Steuern und Sozialabgaben ist im internationalen Vergleich sehr gering. Die drei Grundpfeiler der sozialen Sicherung werden ergänzt durch die Arbeitslosenversicherung (2% des Gehalts) und der Erwerbsersatzordnung für Einkommensausfälle wegen Militär- oder Zivilschutzdienst (0,3% des Gehalts), die ebenfalls von Arbeitgeber (50%) und Arbeitnehmer (50%) finanziert werden. Hinzu kommen Familienzulagen, die sich nach kantonalem Recht richten. Es kann damit gerechnet werden, dass etwa 10% des Gehalts für die soziale Sicherung abgezogen wird.

Mentalität

Im Jahr 2008 sind 184.297 Immigranten in die Schweiz eingewandert. Drei Viertel der Einwanderer stammen aus Ländern der Europäischen Union, was als Folge der Personenfreizügigkeit mit den 15 "alten" EU-Staaten seit dem 31. Mai 2007 interpretiert werden darf. Den größten Anteil machten die 46.296 (25%) Deutschen aus (Bundesamt für Statistik).

Die Schweiz ist aufgrund ihrer hohen Löhne, den niedrigen Steuern, der wunderschönen Landschaft, der Sprache und nicht zuletzt der Nähe zu Deutschland ein beliebtes Auswanderungsland für Deutsche. Man sollte sich jedoch vor der Annahme hüten, die Schweiz und Deutschland seien kulturell so gut wie identisch. Die Mentalitätsunterschiede sind beträchtlich und wer sich nicht angemessen darauf vorbereitet, stößt schnell auf Ablehnung. Es ist wichtig, dass Sie sich vor Ihrem Umzug in die Schweiz mit dem Land und den Schweizern auseinandersetzen. Insofern sind die folgenden Ausführungen lediglich als Anregung für Ihre Vorbereitungen für einen guten Start in der Schweiz gedacht.

Die Schweiz ist von einem sehr kleinräumigen Föderalismus geprägt. Dabei ist die Untergliederung der Eidgenossenschaft in 26 Kantone nicht nur politischer Natur, sondern immer auch Ausdruck unterschiedlicher Kulturen und Mentalitäten.

In der Schweiz bestimmen die direkte Demokratie und der ausgeprägte Föderalismus die Politik im Land. Die Beteiligung des Volks an politischen Entscheidungsprozessen führt zu einer starken Verbundenheit der Bürger mit ihrer Gemeinde, ihrem Kanton und natürlich auch mit der ganzen Schweiz.

Trotz der gemeinsamen Sprache in der deutschsprachigen Schweiz ist gerade die Kommunikation die eigentlich größte Herausforderung für Deutsche in der Schweiz. Schweizer gehen überaus freundlich miteinander um und zwar auch dann, wenn es zu einem Konflikt kommt. Probleme und Schwierigkeiten werden selten offen angesprochen, sondern meist sehr subtil "zwischen den Zeilen" ausgetragen. Man kann sich darum nicht darauf verlassen, dass Arbeitskollegen, Nachbarn oder andere Mitmenschen sich zu Wort melden, wenn sie ein Problem haben. Die Schweizer Freundlichkeit wird darum von vielen Deutschen in der Schweiz als unheimliche Mauer empfunden, hinter der sich alles Mögliche verbergen kann. Umgekehrt empfinden Schweizer die wortgewandte deutsche Art, Konflikte anzusprechen als unangemessen, herrisch und arrogant. Versuchen Sie sich in einer ersten Zeit etwas zurückzunehmen und zu beobachten, wie Schweizer miteinander umgehen. Machen Sie sich bewusst, welche Unterschiede bestehen und Sie werden feststellen, dass es gar nicht so schwierig ist, einen guten Weg zu finden, sich in der Schweiz einzuleben.

Deshalb sollte man sich von anfänglichen Integrationsschwierigkeiten nicht abschrecken lassen und lernen, dass trotz geografischer Nähe zu Deutschland doch einiges anders und einiges vielleicht besser ist als in Deutschland.

Steuern

Einkommensteuern werden in der Schweiz sowohl vom Bund (Bundessteuer) als auch von den Kantonen und Gemeinden (Staats- und Gemeindesteuern) erhoben. Aus diesem Grund ist die Steuerbelastung je nach Wohnort unterschiedlich.

Ausländischen Arbeitnehmern, welche nicht die Niederlassungsbewilligung C besitzen, werden die Steuern direkt vom Lohn abgezogen, mit der sogenannten Quellensteuer. Die Steuerschuld ist damit normalerweise abgegolten.

Wer mehr als 120.000 Franken (79.100 Euro) im Jahr verdient, muss wie die Schweizer eine Steuererklärung machen. Nur der Kanton Genf kennt eine andere Einkommenslimite von jährlich 500.000 Franken (330.000 Euro).

Mit dem Quellensteuer-Rechner können Sie direkt online Ihren jeweiligen Steuersatz ganz einfach ausrechnen und die Kantone schweizweit vergleichen. Es gilt in der Schweiz die Daumenregel, dass jährlich etwa ein Monatslohn an Steuern fällig wird. 

Versicherungen

Krankenversicherung

Nach der Einreise in die Schweiz und der Anmeldung bei der Einwohnerkontrolle haben Sie drei Monate Zeit, um bei einer Krankenkasse die obligatorische Krankenversicherung (Grundversicherung) abzuschliessen. Bei einer Anmeldung innerhalb dieser Frist sind Sie ab Datum der Einreise versichert. Die Prämien müssen rückwirkend auf diesen Termin bezahlt werden, wobei auch für angefangene Monate die gesamte Monatsprämie bezahlt werden muss. Die Grundversicherung ist in der Schweiz Pflicht, die Zusatzversicherungen (ambulante Zusatzversicherungen und/oder Spitalzusatzversicherungen) sind freiwillig.

Die Leistungen der Grundversicherung sind gesetzlich vorgeschrieben, bei allen Krankenkassen gleich und decken alles medizinisch Notwendige ab. Ausgenommen sind allerdings die Kosten für Zahnärzte. Die monatliche Prämie ist vom Wohnort, vom Alter des Versicherten und von der gewählten Krankenkasse abhängig. Das Gehalt hat dagegen keinen Einfluss. Bei sehr niedrigen Einkommen übernimmt die Wohngemeinde auf Antrag hin einen Teil der Prämien.

Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) verpflichtet die Krankenkassen zur Aufnahme jedes Antragsstellers, unabhängig von dessen Alter und Gesundheitszustand. Jede Person kann sich somit frei bei der Krankenkasse ihrer Wahl versichern. In der Schweiz gilt das System der Kopfprämie. Eine vierköpfige Familie bezahlt somit zwei Erwachsenenprämien und zwei Kinderprämien. Der Versicherte begleicht die Prämie und muss sich zudem an den Gesundheitskosten mit der Franchise (Erläuterung im nächsten Absatz) und einem Selbstbehalt beteiligen.

 

 

Die Versicherten müssen ihre Gesundheitskosten bis zu einem mit der Krankenkasse vereinbarten jährlichen Betrag selber bezahlen. Diese erste Kostenbeteiligung wird Franchise genannt. Die Krankenkasse zahlt lediglich die Kosten, die über das vereinbarte Limit hinausgehen. Wer also z.B. eine Franchise von 500 Franken vereinbart und im Laufe eines Jahres 800 Franken Gesundheitskosten verursacht, erhält von seiner Versicherung 300 Franken. Den Rest muss der Versicherte selber tragen.

Privathaftpflichtversicherung

Fügen Sie einer anderen Person einen Schaden zu, sind Sie verpflichtet, für den Schaden aufzukommen, wobei Sie mit Ihrem gesamten Vermögen haften. Solche Schäden sind zwar selten, aber meist sehr teuer. Verursachen Sie beispielsweise einen Wohnungsbrand, müssen Sie den Gebäudeschaden bezahlen. Nochmals kostenintensiver sind Personenschäden, etwa im Straßenverkehr. Der Abschluss einer Privathaftpflichversicherung ist darum sehr wichtig.

Hausratversicherung

Die Hausratversicherung deckt die Schäden, die an den persönlichen Sachen im Haushalt entstehen und wird in der Regel gemeinsam mit der Haftpflichtversicherung abgeschlossen. In der Basisversicherung ist der Hausrat gegen Feuer, Elementarschäden, Wasser und Diebstahl zu Hause versichert. Zusätzlich können Glasbruchschäden und einfacher Diebstahl auswärts (Diebstahl ausserhalb der Wohnung) versichert werden.

Wohnen

Eine Wohnung zu finden ist insbesondere in den größeren Schweizer Städten schwierig und zeitintensiv, vor allem, wenn man aus der Ferne suchen muss. Am besten suchen Sie im Internet beim Schweizer Immobilienmarkt nach freien Wohnungen. WG-Zimmer sind meist schneller zu finden als Wohnungen und können als Übergangslösung dienen.

Fragen Sie Ihren zukünftigen Arbeitgeber, ob Mitarbeiter von frei werdenden Wohnungen wissen oder ob der Arbeitgeber Wohnungen für Mitarbeiter anbietet.

Bereiten Sie sich auf die Wohnungsbesichtigungen gut vor, denn Sie werden sich gegen andere Interessenten durchsetzen müssen. Es empfiehlt sich einige Dokumente vorab zu besorgen und eine Kopie für den Vermieter bereit zu halten:

  • Ausländerausweis / gültiger Ausweis
  • Betreibungsauskunft: Dieses Dokument kann man mit der SCHUFA-Verbraucherauskunft in Deutschland vergleichen. Lassen Sie sich eine Auskunft von der SCHUFA erstellen.
  • Kontaktdaten des vorherigen Vermieters
  • Arbeitsvertrag: Der Vermieter interessiert sich vor allem für die Dauer Ihrer Anstellung sowie für Ihr Gehalt. Die Mietkosten sollten nicht höher als 1/3 Ihres Bruttogehalts sein.

Ein weiterer Pluspunkt ist ein Motivations- bzw. Bewerbungsschreiben mit Foto. Machen Sie dem Vermieter deutlich, warum genau Sie die richtige Kandidatin oder der richtige Kandidat für die freie Wohnung sind.

Versuchen Sie bei der Besichtigung positiv aufzufallen und bewerben Sie sich schnell, falls Ihnen die Wohnung zusagt: Sie heben sich dadurch von den zahlreichen Mitbewerbern ab. Sollten Sie nach ein bis zwei Wochen nichts vom Vermieter hören, fragen Sie telefonisch nach dem Stand der Dinge.

Zoll

Bei der Verlegung des Wohnsitzes in die Schweiz ist Ihr Übersiedlungsgut beim Zoll zu deklarieren. Einzige Voraussetzung: Die eingeführten Gegenstände müssen mindestens 6 Monate von Ihnen persönlich gebraucht worden sein und nach der Einfuhr weiterhin von Ihnen benutzt werden. Dies gilt auch für Fahrzeuge.

Seit dem 01.06.07 brauchen Zuziehende aus den 15 ersten EU-Staaten (und Zypern und Malta) sowie aus den EFTA-Staaten keine Zusicherung einer Aufenthaltsbewilligung mehr vorzulegen. Der Nachweis eines Wohnsitzwechsels kann mit einem Mietvertrag, Arbeitsvertrag oder einer Abmeldebestätigung im Heimatland nachgewiesen werden.

Achtung: Ihr Umzug in die Schweiz muss im zeitlichen Zusammenhang mit der Wohnsitzverlegung erfolgen, d.h. innerhalb von 18 Monaten. Achten Sie darauf, die Grenze unbedingt während den Öffnungszeiten der Zollämter zu passieren. Da Sie bei der Einfuhr ein Verzeichnis der einzuführenden Waren vorlegen müssen, ist es ratsam bereits beim Packen der Gegenstände Art und Anzahl grob zu dokumentieren.

Bei der Einfuhr problematischer Güter (exotischer Pflanzen) bestehen spezielle Vorschriften. Spezielle Merkblätter sind beim Zoll erhältlich. Zur Einfuhr von Haustieren gibt Ihnen das Veterinäramt in der Schweiz Auskunft.

Folgende Dokumente sind bei der Einfuhr der Zollstelle vorzulegen:

  • Erklärung/Veranlagungsantrag für Übersiedlungsgut (Formular 18.44)
  • Nachweis des Wohnsitzes in der Schweiz (Mietvertrag und/oder Arbeitsvertrag)
  • Gültiger Führerschein und Fahrzeugbrief (vor allem, wenn das Auto mit eingeführt wird)
  • Verzeichnis der einzuführenden Waren
  • Gültiger Personalausweis

Das Formular 18.44 sowie weitere Hinweise zu Öffnungszeiten und zur Auflistung der einzuführenden Waren finden Sie auf der Seite der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV).

(Quelle: comparis.de

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